DAs Alpaka

Das Alpaka gehört wie das etwas größere Lama zur Familie der Neuweltkameliden.

Bereits vor ca. 5000 Jahren begannen die Inkas in Südamerika mit der Domestikation und das Alpaka wurde aus dem seltenen Vicunja gezüchtet. Lamas stammen hingegen von dem Guanako ab.

 

Das Alpaka wurde als Wolllieferant gezüchtet, was Alpakawolle alles kann, findest du hier.

Das Lama hingegen wurde ursprünglich als Lastentier gezüchtet, um Lasten (zb. Kartoffeln) für die Inkas vom Tal hinauf ins Gebirge zu tragen. Daher sind Lamas auch deutlich größer gezüchtet worden, aber auch ihr Charakter ist sehr ruhig und umgänglich, da die Menschen ja ständig mit den Tieren arbeiten mussten.

 

Wie alle Kamele sind auch Lamas und Alpakas Wiederkäuer, wobei sie im Gegensatz zu Kühen nur einen Magen haben.

 

Die Tiere leben in 4.000 bis 6.000 Meter Höhe in den Anden, hier sind sie oft an einem Tag intensivster Sonnenbestrahlung von bis zu 25 Grad und nächtlichen Temperaturen bis minus 20 Grad ausgesetzt. Daher kommen Alpakas auch mit den Temperaturen und den verschiedenen Jahreszeiten bei uns in Europa sehr gut zurecht. Diese Temperaturunterschiede erklären auch die besondere Fähigkeit der Alpakawolle bei Kälte zu wärmen und bei Hitze zu kühlen. Diese Eigenschaft nennt man Thermoregulation. Erfahre hier mehr.

 

Die Kommunikation untereinander findet über Körperhaltung, Schwanz- und Ohrbewegungen sowie einer Vielzahl von Lauten statt. Am häufigsten hört man ein leises Summen, selten ein helles Wiehern bei Rangkämpfen in der Herde oder als Warnruf zb. bei Hunden. Beim Deckackt ist das "Orgeln" der Hengste ein klassisches Geräusch.

Obwohl das Summen für uns Menschen oft als Jammern wahr genommen wird, hat es keine Aussage darüber, ob das Tier nun tatsächlich jammert oder doch freudig "erzählt".

 

Jeder weiß, dass Lamas spucken können. Auch Alpakas spucken, wie auch Lamas tun sie das allerdings nur untereinander um ihre Position zu behaupten und die Rangordnung zu definieren bzw. wenn die Tiere vom Menschen in die Enge getrieben und bedroht werden.

Leider kommt es immer wieder durch falsche Haltung und Unwissenheit zu fehlgeprägten Tieren. Eine Fehlprägung bei Alpakas und Lamas entsteht, wenn die Tiere zu früh an den Menschen gewöhnt werden. Mit Jungtieren sollte erst ab ca. 1 Jahr (oder ab dem Absetzen von der Mutter) ein Training begonnen werden. Vorher dürfen Alpaka- und Lamafohlen so wenig wie möglich angefasst werden. Bei einer Fehlprägung sieht uns das Tier als Herdenmitglied an, was anfangs ganz nett ist, da dieses Tier sehr anhänglich wird. Allerdings ändert sich dieses Verhalten radikal, sobald das Tier geschlechtsreif wird (ab ca. 2-3 Jahren) und es mit uns durch Spucken und Kämpfe die Rangordnung ausmachen möchte. Dann wird es für uns Menschen gefährlich und ein fehlgeprägtes Tier muss leider meistens eingeschläfert werden!

Ein normal sozialisiertes Alpaka oder Lama ist handscheu - das bedeutet, das Tier ist neugierig, geht auf uns zu, wahrt aber immer eine gewisse Distanz. Genau dieses respektvolle, aber neugierige Verhalten macht diese besonderen Tiere aus!

 

Denn die liebenswerten Tiere haben eine sanfte und fügsame Natur und sind äußerst neugierig und intelligent. Darum gelten Alpakas auch als beliebte Therapietiere und werden auch liebevoll "Delfine der Weide" genannt.

 

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