Über Neuweltkameliden

Alpakas sind unheimlich einfühlsame und sensible Tiere, schreckhaft aber gleichzeitig sehr neugierig. Sie strahlen eine Ruhe aus, die jeglichen Alltagsstress vergehen lässt. Aber sie haben auch einen sehr starken Charakter und wissen genau, was sie wollen und was sie nicht wollen. Trotz ihres Aussehens wie lebendige Teddys mögen sie grundsätzlich keine ausgedehnten Streicheleinheiten, denn Körperkontakt untereinander dient meist nur der Maßregelung in der Rangordnung.

Im Vergleich zu Alpakas sind Lamas deutlich größer gezüchtet worden, um Lasten gut tragen zu können. Aber auch ihr Charakter ist sehr ruhig und oft umgänglicher, da die Inkas ständig mit den Tieren arbeiten mussten.

Bei Alpakas unterscheidet man zwischen dem Huacaya und dem Suri. Huacaya-Alpakas haben eine feine, dichte und gekräuselte (Crimp) Faser, beim Suri wächst die Faser in feinen Strängen nach unten und hat keine Kräuselung. Nach Vicunja-Wolle zählt Alpakawolle zu den feinsten und wertvollsten Fasern der Natur.

Ausgewachsene Tiere erreichen durchschnittlich eine Widerristhöhe von 80-100 cm und wiegen zwischen 50 kg (Stuten) bis 80 kg (Hengste).

Lamas unterscheidet man in Classic Lamas und Wooly-Lamas.

Sie erreichen eine Widerristhöhe von 110-130 cm und wiegen zwischen 100-130 kg.

 

Wie alle Kamele sind auch Lamas und Alpakas Wiederkäuer, wobei sie im Gegensatz zu Kühen nur einen Magen haben.

Die Tiere leben in Südamerika in 4.000 bis 6.000 Meter Höhe in den Anden, der längsten Gebirgskette der Erde und das höchste Gebirge außerhalb Asiens. Hier sind sie oft an einem Tag intensivster Sonnenbestrahlung von bis zu 25 Grad und nächtlichen Temperaturen bis minus 25 Grad ausgesetzt. Daher kommen Alpakas auch mit den Temperaturen und den verschiedenen Jahreszeiten bei uns in Europa sehr gut zurecht. Diese Temperaturunterschiede von bis zu 50 Grad an einem Tag erklären auch die besondere Fähigkeit der Alpakawolle bei Kälte zu wärmen und bei Hitze zu kühlen. Diese Eigenschaft nennt man Thermoregulation. Erfahre hier mehr über die genialen Funktionen.

 

Die Kommunikation untereinander findet über Körperhaltung, Schwanz- und Ohrbewegungen sowie einer Vielzahl von Lauten statt. Am häufigsten hört man ein leises Summen, selten ein helles Wiehern bei Rangkämpfen in der Herde oder als Warnruf zB. bei Hunden. Beim Deckackt ist das "Orgeln" der Hengste ein klassisches Geräusch.

Obwohl das Summen für uns Menschen oft als Jammern wahr genommen wird, hat es keine Aussage darüber, ob das Tier nun tatsächlich jammert oder doch freudig "erzählt".

 

Jeder weiß, dass Lamas spucken können. Auch Alpakas spucken, wie auch Lamas tun sie das allerdings nur untereinander um ihre Position zu behaupten und die Rangordnung zu definieren bzw. wenn die Tiere vom Menschen in die Enge getrieben und bedroht werden.

Leider kommt es immer wieder durch falsche Haltung und Unwissenheit zu fehlgeprägten Tieren. Eine Fehlprägung bei Alpakas und Lamas entsteht, wenn die Tiere zu früh an den Menschen gewöhnt werden. Mit Jungtieren sollte erst ab ca. 1 Jahr (oder ab dem Absetzen von der Mutter) ein Training begonnen werden. Vorher dürfen Alpaka- und Lamafohlen so wenig wie möglich angefasst werden. Bei einer Fehlprägung sieht uns das Tier als Herdenmitglied an, was anfangs ganz nett ist, da dieses Tier sehr anhänglich wird. Allerdings ändert sich dieses Verhalten radikal, sobald das Tier geschlechtsreif wird (ab ca. 2-3 Jahren) und es mit uns durch Spucken und Kämpfe die Rangordnung ausmachen möchte. Dann wird es für uns Menschen gefährlich und ein fehlgeprägtes Tier kann im Nachhinein nicht mehr normal sozialisiert werden.

Ein normal sozialisiertes Alpaka oder Lama ist handscheu - das bedeutet, das Tier ist neugierig, geht auf uns zu, wahrt aber immer eine gewisse Distanz. Genau dieses respektvolle, aber neugierige Verhalten macht diese besonderen Tiere aus!

Denn die liebenswerten Tiere haben eine sanfte und fügsame Natur und sind äußerst neugierig und intelligent. Darum gelten Alpakas auch als beliebte Therapietiere und werden auch liebevoll "Delfine der Weide" genannt.

Der Eisprung findet bei Neuweltkameliden während des Deckaktes statt, daher sind Stuten das ganze Jahr über aufnahmefähig und können nicht künstlich befruchtet werden. Der Deckakt findet im Liegen statt und Dauert ca. 30-60 Minuten. Alle Neuweltkameliden (Alpaka, Lama, Vicunja und Guanako) sind untereinander fruchtbar, sodass Hybriden (zwischen Lama und Alpaka Huarizo genannt) möglich, aber grundsätzlich kein Zuchtziel sind.

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Sonnenaufgang über dem Weizenfeld

Haltung

Pflege

Wolle

Weitere Infos zu Alpakas:

- Das Alpaka -

Das Alpaka (Vicugna pacos) gehört wie das etwas größere Lama (Lama glama) zur Familie der Neuweltkameliden. Bereits vor ca. 5000 Jahren begannen die Inkas in Südamerika mit der Domestikation und das Alpaka wurde aus dem seltenen Vicunja für die Wollgewinnung gezüchtet. Lamas stammen hingegen von dem Guanako ab und wurden als Lastentiere genutzt.

Obwohl Alpakas und Lamas keine Hufe haben, gehören sie zur Ordnung der Paarhufer und zur Unterordnung der Schwielensohler.

Die Lebenserwartung beträgt im Zuchtbetrieb mit korrekter Haltung und Fütterung im Durchschnitt 20 Jahre - in Südamerika werden die Tiere nur ein paar Jahre alt auf Grund der dort herrschenden harten Lebensbedingungen.